Ein Gefühl von Ohnmacht

Die Tage sind grau und dunkel, da fällt es doch mitunter ganz schon schwer sich nicht einer gewissen Lethargie hinzugeben – Decke über den Kopf ziehen und alles Übel der Welt vergessen.

Macht man dann aber doch den Fehler und wirft einen Blick in die Zeitung – bewusst oder manchmal auch im vorbeigehen unbewusst, kommt zu dem Gefühl der Lethargie noch ein gewisses Ohnmachtsgefühl hinzu.

Da ist es doch durchaus verständlich, dass sich viele jetzt ganz besonders auf die besinnliche (Vor-)Weihnachtszeit freuen – Weihnachtsmärkte, Lichterglanz, Glühwein, Punsch und Plätzchen backen sind einfach viel erfreulichere Dinge als Klimakrise, Krieg und der mehr als besorgniserregende Rechtsruck, auch in Deutschland.

Wenn man aber, so wie ich, zu den Menschen gehört, die Weihnachten eher mit einer gewissen Skepsis betrachten – Konsumwahnsinn, Urlaubsreisen in alle Welt, Papiermüll und Glitzerschleifchen im Überfluss…, dann wird es ein bisschen schwieriger mit der Flucht in die heile Welt.

Was kann man dann tun, um nicht zu verzweifeln, weil zu all dem ohnehin schon existierenden Wahnsinn, nun eben auch noch die Zeit im Jahr kommt, in der viele Menschen sich für all diese wichtigen Dinge noch weniger interessieren.

Ich habe mir mittlerweile angewöhnt den Nachrichteninput auf eine bestimmte Anzahl ausgewählter Artikel zu reduzieren und klare Grenzen zu ziehen – wo kann ich was verändern und welchen Geschehnissen stehe ich einfach machtlos gegenüber. Das hilft mit zumindest beim Aussortieren.

Als ein besonders gutes Mittel seine Wut und seinen Unmut zu äußern, bietet sich auch das Schreiben von Leserbriefen durchaus an. Man sollte nicht unterschätzen, wer diese Briefe so alles liest…

Am allermeisten hilft natürlich auch in dieser Zeit, der Austausch mit anderen Menschen, gemeinsame Aktionen und Aktivitäten und Pläne, was man in Zukunft noch alles angehen und verändern möchte. Und auch das Lesen von, ich möchte sie mal „Mutmachertexte“ nennen, tut nicht nur gut, man findet da auch jede Menge neue Ideen, Anregungen und Motivation. Mich macht es immer sehr froh und fast schon glücklich, wenn ich lese, wie Menschen die Welt zum Positiven verändern und das müssen nicht immer große Sachen sein.

Der Grund warum ich diesen Text überhaupt geschrieben habe, war eine Petition die ich heute geschickt bekommen habe – die Überschrift: „Wehrhafte Demokratie: Höcke stoppen“.

Beim Lesen ist mit einmal mehr wieder bewusst geworden, wie sehr Klimakrise, Klimaschutz und Rechtsradikalismus miteinander verwoben sind und was für ein grotesk falsches Bild sich mittlerweile an vielen Stellen und leider auch in vielen Köpfen festgesetzt hat.

Die Grünen verbieten, schränken die Menschen ein, fordern nur Verzicht und wirtschaften das Land runter. Klimaaktivisten sind allesamt kriminell, faul, weltfremd und nervig – die AFD hingegen hat keinen Plan, außer einem „Gegen Alles“ kein Konzept, ist aber die Alternative für Deutschland. Gruselig, dass es schon soweit gekommen ist.

Und da ist es wieder, das Gefühl von Ohnmacht…

In dem Fall kann man dieses Gefühl ein bisschen dämpfen, indem man zumindest die angehängte Petition unterschreibt und einen ersten wichtigen Schritt mitgeht:

https://weact.campact.de/petitions/wehrhafte-demokratie-hocke-stoppen?utm_medium=email&utm_source=campact_mailing&utm_campaign=20231127-waeb-hv-hocke-wehrhafte-demokratie&utm_content=variation-a&utm_term=unterzeichne-jetzt-damit-sich-hocke-nicht-mehr-wahlen-lassen-kann&bucket=20231127-waeb-hv-hocke-wehrhafte-demokratie&source=20231127-waeb-hv-hocke-wehrhafte-demokratie

Bild von Jiwon (Musician) Nahee (Graphic Designer) auf Pixabay

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